So wird der Preis berechnet
Es gibt keinen eigenen Börsenkurs für einzelne Legierungen. Jeder Karatpreis wird aus dem Feingoldkurs abgeleitet — die Rechnung ist offen nachvollziehbar:
Alle Werte auf dieser Seite entstehen aus genau dieser Formel.
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Was 750er Gold ausmacht
750 Teile Gold auf 1.000 Teile Legierung — exakt drei Viertel, also 18 Karat. Die verbleibenden 250 Teile bestimmen Farbe und Eigenschaften. Klassisches Gelbgold nutzt je 12,5 Prozent Silber und Kupfer. Rotgold verschiebt das Verhältnis zugunsten von Kupfer, Weißgold ersetzt es durch Palladium oder — bei günstigeren Legierungen — Nickel.
Diese Farbvarianten sind in der DIN EN ISO 8654 genormt. Für den Preis spielen sie keine Rolle: Ob gelb, rot oder weiß, der Goldanteil bleibt 75 Prozent, und genau danach zahlt der Ankäufer. Ein Weißgoldring mit Palladiumanteil kann in der Herstellung teurer gewesen sein, bringt beim Materialverkauf aber dasselbe wie ein Gelbgoldring gleichen Gewichts.
Mit etwa 150 HV Vickershärte und einer Dichte um 15,5 g/cm³ trifft 750er den Punkt, an dem ein Stück Alltagsbelastung übersteht, Fassungen sicher halten und der Goldton noch unverkennbar satt bleibt. Deshalb ist es die Standardlegierung von Cartier bis Wempe.
Bei Weißgold kommt ein praktischer Hinweis dazu: Fast jeder 750er Weißgoldschmuck ist rhodiniert — mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen, die den natürlichen Graustich überdeckt. Diese Schicht nutzt sich in zwei bis fünf Jahren ab und muss erneuert werden. Das ist normal und kein Materialfehler.
Wo 750er Gold verwendet wird
Trauringe und Verlobungsringe. Im gehobenen Segment der deutsche Standard. Die Härte reicht für jahrzehntelanges tägliches Tragen, ohne dass Gravuren verschwinden oder Steine sich lösen.
Uhrgehäuse. Rolex, Patek Philippe, A. Lange & Söhne und praktisch alle Manufakturen verwenden 750er für Goldgehäuse. Ein Uhrgehäuse kann 30 bis über 100 Gramm wiegen — bei einem Materialverkauf ist das ein erheblicher Betrag, der aber fast immer weit unter dem Uhrenwert liegt. Verkaufen Sie eine Markenuhr niemals als Altgold.
Markenschmuck. Cartier, Bulgari, Tiffany und deutsche Häuser fertigen in 750er. Bei intakten, identifizierbaren Stücken mit Zertifikat liegt der Sammler- und Markenwert regelmäßig deutlich über dem Materialwert.
Südeuropäischer Schmuck. In Italien, Spanien und Frankreich ist 750 der übliche Feingehalt auch für Alltagsschmuck — anders als in Deutschland, wo 585 dominiert. Geerbte Stücke aus diesen Ländern sind daher häufig 18-karätig.
750er Gold kaufen
Beim Juwelier zahlen Sie Materialwert plus Verarbeitung plus 19 Prozent Mehrwertsteuer. Der Materialanteil am Endpreis liegt bei einfachem Schmuck oft bei 30 bis 50 Prozent, bei Designerstücken deutlich darunter. Das ist keine Abzocke, sondern der Preis für Entwurf, Fertigung, Handel und Garantie — aber es erklärt, warum Schmuck als Geldanlage nur eingeschränkt funktioniert.
Im Gebrauchtmarkt fällt die Mehrwertsteuer wirtschaftlich weitgehend weg, wenn der Händler die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG anwendet. Gut erhaltener Zweitmarktschmuck ist deshalb oft der wirtschaftlich sinnvollere Einstieg, wenn es Ihnen um das Stück und nicht um die Originalverpackung geht.
Prüfen Sie beim Kauf: Punze 750 vorhanden, Gewicht in Gramm auf der Rechnung, bei Weißgold Angabe zur Rhodinierung, bei Steinen ein separates Zertifikat. Diese Angaben brauchen Sie später für Versicherung und Wiederverkauf.
750er Gold verkaufen
Der Ankäufer rechnet: Gewicht mal 0,750 mal Feingoldkurs, minus Scheidekosten. Bei seriösen deutschen Ankäufern liegt die Auszahlung bei 88 bis 95 Prozent dieses Materialwerts. Die Spanne erklärt sich durch Raffinationskosten, Materialverlust beim Schmelzen und Handelsmarge.
Vor dem Materialverkauf immer prüfen, ob das Stück als Schmuck mehr wert ist. Markenschmuck, Designerstücke, antiker Schmuck und alles mit nennenswerten Steinen gehören nicht in den Schmelztiegel. Ein Cartier-Armreif mit 40 Gramm Materialwert kann als Schmuck ein Vielfaches bringen.
Steine, Perlen und Federn werden ausgebaut oder abgezogen. Diamanten geben seriöse Ankäufer zurück oder bewerten sie separat — lassen Sie sich vorab sagen, wie damit verfahren wird, und nehmen Sie es schriftlich mit.
Bei Weißgold: Die Rhodiumschicht spielt für die Bewertung keine Rolle. Entscheidend ist der Goldanteil, und der beträgt bei 750er Weißgold ebenfalls 75 Prozent.
Was Sie beim Ankauf tatsächlich ausgezahlt bekommen
Der Materialwert ist die Obergrenze, nicht der Auszahlungsbetrag. Ankäufer ziehen Scheide- und Raffinationskosten ab und behalten eine Handelsspanne. Die folgende Spanne ist die realistische Bandbreite für diesen Feingehalt:
| Position | pro Gramm | bei 10 g |
|---|---|---|
| Materialwert (Feingoldanteil) | 92,14 € | 921,39 € |
| Realistische Auszahlung — oberes Ende −5,0 % | 87,53 € | 875,32 € |
| Realistische Auszahlung — unteres Ende −12,0 % | 81,08 € | 810,82 € |
Faustregel: Holen Sie mindestens zwei schriftliche Angebote ein und lassen Sie vor Ort wiegen. Seriöse Ankäufer nennen den zugrunde gelegten Feingoldkurs, das Gewicht in Gramm und den Abschlag getrennt — wer nur eine Endsumme nennt, ist schwer vergleichbar.
Steuern auf 750er Gold
19 % Mehrwertsteuer auf Neuware. Schmuck erfüllt die Anlagegold-Definition des § 25c UStG nicht. Die Befreiung gilt für Barren ab 995/1000 und qualifizierte Münzen ab 900/1000 — nicht für verarbeiteten Schmuck, egal wie hoch der Feingehalt ist.
Differenzbesteuerung (§ 25a UStG). Beim Kauf gebrauchter Ware vom Händler wird nur dessen Marge besteuert. Die Umsatzsteuer erscheint dann nicht gesondert auf der Rechnung — ein Vorsteuerabzug ist für Sie damit nicht möglich, der Endpreis aber niedriger.
Verkauf nach einem Jahr steuerfrei. § 23 EStG gilt für Schmuck genauso wie für Barren: über ein Jahr Haltedauer ist der Gewinn einkommensteuerfrei. Innerhalb der Frist gilt die Freigrenze von 1.000 Euro pro Kalenderjahr, seit dem Veranlagungszeitraum 2024 angehoben von zuvor 600 Euro.
Gewerblicher Handel. Wer regelmäßig an- und verkauft, kann als gewerblicher Händler eingestuft werden. Dann greifen Gewerbesteuer und Umsatzsteuerpflicht, und die Spekulationsfrist ist irrelevant. Die Grenze ist einzelfallabhängig — bei mehr als gelegentlichen Verkäufen ist steuerlicher Rat sinnvoll.
750er Gold prüfen
Punze. Üblich sind 750, 18K oder 18kt, meist an der Ringinnenseite, am Kettenverschluss oder auf der Schließe. In Deutschland besteht nach dem Feingehaltsgesetz keine Punzierungspflicht — Stempel sind freiwillig. Ein fehlender Stempel bedeutet daher nicht, dass ein Stück unecht ist.
Röntgenfluoreszenz. Der Standard beim Ankäufer: zerstörungsfrei, sekundenschnell, präzise bei massivem Material. Bei vergoldeten Stücken misst sie nur die Beschichtung, weshalb zusätzlich angeschliffen wird.
Strichprobe. Prüfsäuren für 333, 585, 750 und 900 zeigen anhand der Auflösungsgeschwindigkeit den ungefähren Feingehalt. Bei Weißgold ist die Farbbeurteilung erschwert, das Verfahren funktioniert aber weiterhin.
Magnettest. Gold, Silber, Kupfer und Palladium sind unmagnetisch. Haftet ein Stück am Neodym-Magneten, enthält es Eisen oder Nickel in nennenswerter Menge — bei angeblichem 750er Gold ein klares Warnsignal. Umgekehrt beweist Nichtmagnetismus nichts.
Typische Fehler bei 750er Gold
- ⚠Markenschmuck einschmelzen lassen. Der häufigste und teuerste Fehler. Lassen Sie identifizierbare Stücke vor dem Materialverkauf von einem Schmuckhändler oder Auktionshaus bewerten.
- ⚠Weißgold für minderwertig halten. 750er Weißgold enthält genauso viel Gold wie 750er Gelbgold. Der graue Ton kommt vom Palladium oder Nickel, nicht von weniger Gold.
- ⚠Angebote ohne Kursangabe akzeptieren. Ein Ankaufsangebot ohne genannten Feingoldkurs ist nicht überprüfbar. Fragen Sie nach dem zugrunde gelegten Kurs pro Gramm Feingold und rechnen Sie selbst nach.
- ⚠Nickelallergie ignorieren. Ältere Weißgoldlegierungen enthalten Nickel. Die EU begrenzt die Nickelfreisetzung bei Hautkontakt; moderner Schmuck nutzt überwiegend Palladium. Bei Reaktionen auf Erbstücke ist das oft die Ursache.