So wird der Preis berechnet
Es gibt keinen eigenen Börsenkurs für einzelne Legierungen. Jeder Karatpreis wird aus dem Feingoldkurs abgeleitet — die Rechnung ist offen nachvollziehbar:
Alle Werte auf dieser Seite entstehen aus genau dieser Formel.
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Was 585er Gold ausmacht
585 Teile Gold auf 1.000 Teile Legierung, das entspricht 14 Karat. Die typische Gelbgold-Zusammensetzung ist 58,5 Prozent Gold, rund 32,5 Prozent Kupfer und 9 Prozent Silber. Der hohe Kupferanteil sorgt für Härte — und dafür, dass 585er Gold einen wärmeren, aber weniger satten Ton hat als 750er.
Historisch hat sich 585 in Deutschland durchgesetzt, weil es den praktischen Kompromiss traf: hoch genug für dauerhafte Farbstabilität und Anlaufbeständigkeit, günstig genug für breite Schichten. In Süd- und Westeuropa dominiert dagegen 750, in Großbritannien traditionell 375. Wer geerbten Schmuck bewertet, kann am Feingehalt oft die Herkunft ablesen.
Mit etwa 165 HV ist 585er härter als 750er und damit kratzfester. Für filigrane Fassungen und feine Gravuren ist die höhere Härte allerdings ein Nachteil — deshalb bleibt hochwertiger Schmuck bei 750er.
Auch 585er gibt es als Weißgold (mit Palladium oder Nickel) und als Rotgold (kupferbetont). Der Goldanteil ist in allen Farbvarianten identisch, und genau danach richtet sich der Ankaufspreis.
Wo 585er Gold verwendet wird
Alltagsschmuck. Panzerketten, Ankerketten, Ohrstecker, Solitärringe, Armbänder — das Sortiment jedes deutschen Juweliers im mittleren Preissegment ist überwiegend 585er.
Trauringe im mittleren Segment. Wo 750er zu teuer ist, sind 585er Trauringe die übliche Wahl. Die höhere Härte ist bei täglichem Tragen sogar ein Vorteil.
Erbstücke. Der größte Teil des in deutschen Haushalten liegenden Goldschmucks ist 585er oder 333er. Bei Stücken aus den 1960er- bis 1990er-Jahren ist 585 der häufigste Fund.
Zahngold. Ein Teil der Dentallegierungen liegt im Bereich um 585, allerdings mit Zusätzen von Palladium und Platin, die den Wert erhöhen können. Zahngold sollte deshalb immer analysiert und nicht pauschal als 585er abgerechnet werden.
585er Gold kaufen
Beim Neukauf zahlen Sie Materialwert, Verarbeitung und 19 Prozent Mehrwertsteuer. Bei einer einfachen 585er Kette liegt der Materialanteil am Ladenpreis häufig bei 40 bis 60 Prozent — höher als bei Designerschmuck, aber immer noch weit von einer Anlage entfernt.
Achten Sie auf die Angabe des Gewichts in Gramm auf der Rechnung. Sie ist die Grundlage jeder späteren Bewertung, für die Versicherung wie für den Verkauf. Zwei optisch identische Ketten können sich im Gewicht um ein Vielfaches unterscheiden, weil eine massiv und die andere hohl gefertigt ist.
Hohlschmuck beachten. Viele voluminöse 585er Ketten sind hohl. Sie sehen wertvoll aus, wiegen aber wenig — und beim Ankauf zählt ausschließlich das Gewicht. Ein Blick auf die Grammzahl schützt vor Enttäuschungen.
585er Gold verkaufen
Die Rechnung ist einfach: Gewicht mal 0,585 mal Feingoldkurs, abzüglich Scheidekosten. Realistisch werden 88 bis 94 Prozent dieses Materialwerts ausgezahlt. Bei zehn Gramm 585er Gold reden wir über 5,85 Gramm Feingold — genau das ist die Zahl, mit der Sie Angebote vergleichen sollten.
Lassen Sie das Stück vor Ort auf einer geeichten Waage wiegen und den Feingehalt messen. Seriöse Ankäufer tun das offen und erklären das Ergebnis. Wer im Hinterzimmer wiegt oder das Stück aus der Hand gibt, bevor ein Preis steht, ist ein Warnsignal.
Vorsicht bei Postankauf: Das Verfahren ist bequem, aber Sie geben die Kontrolle ab. Nutzen Sie es nur bei Anbietern mit transparentem Bewertungsprotokoll, versichertem Versand und einem verbindlichen Rückgaberecht, falls Ihnen das Angebot nicht zusagt.
Steine werden nicht mitbezahlt. Zirkonia und einfache Farbsteine sind wertlos, Diamanten ab etwa 0,3 Karat lohnt es sich separat bewerten zu lassen. Klären Sie vor Abgabe schriftlich, was mit Steinen geschieht.
Was Sie beim Ankauf tatsächlich ausgezahlt bekommen
Der Materialwert ist die Obergrenze, nicht der Auszahlungsbetrag. Ankäufer ziehen Scheide- und Raffinationskosten ab und behalten eine Handelsspanne. Die folgende Spanne ist die realistische Bandbreite für diesen Feingehalt:
| Position | pro Gramm | bei 10 g |
|---|---|---|
| Materialwert (Feingoldanteil) | 71,87 € | 718,68 € |
| Realistische Auszahlung — oberes Ende −6,0 % | 67,56 € | 675,56 € |
| Realistische Auszahlung — unteres Ende −12,0 % | 63,24 € | 632,44 € |
Faustregel: Holen Sie mindestens zwei schriftliche Angebote ein und lassen Sie vor Ort wiegen. Seriöse Ankäufer nennen den zugrunde gelegten Feingoldkurs, das Gewicht in Gramm und den Abschlag getrennt — wer nur eine Endsumme nennt, ist schwer vergleichbar.
Steuern auf 585er Gold
19 % Mehrwertsteuer beim Neukauf. Schmuck fällt nicht unter die Anlagegold-Befreiung des § 25c UStG. Diese gilt nur für Barren ab 995/1000 und qualifizierte Anlagemünzen.
Verkauf privat: nach einem Jahr steuerfrei. § 23 EStG behandelt Goldschmuck wie jedes andere private Wirtschaftsgut. Über ein Jahr Haltedauer ist der Gewinn einkommensteuerfrei. Innerhalb der Frist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Kalenderjahr, seit dem Veranlagungszeitraum 2024.
Erbschaft. Beim Verkauf geerbten Schmucks wird die Besitzzeit des Erblassers angerechnet. In der Praxis ist damit fast jeder Verkauf von Erbschmuck einkommensteuerfrei. Für die Erbschaftsteuer selbst gelten eigene Freibeträge, die mit dem Verwandtschaftsgrad steigen.
Keine Belegpflicht beim Verkauf an einen Händler. Sie brauchen für den Verkauf kein Kaufdokument. Für die Steuerfreiheit nach § 23 EStG kann ein Nachweis der Besitzdauer aber hilfreich sein — bei Erbstücken genügt in der Regel eine plausible Darstellung.
585er Gold prüfen
Punze suchen. Üblich sind 585, 14K oder 14kt. Bei Ketten sitzt der Stempel meist auf einem kleinen Plättchen am Verschluss, bei Ringen innen. Eine Lupe hilft — die Stempel sind winzig und oft abgenutzt.
Magnettest. Der schnellste Ausschlusstest zu Hause. Gold, Silber und Kupfer sind unmagnetisch. Haftet die Kette an einem starken Magneten, ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit vergoldeter Stahl. Kein Anhaften beweist allerdings nichts.
Röntgenfluoreszenz beim Ankäufer. Bestimmt den Feingehalt in Sekunden, ohne das Stück zu beschädigen. Lassen Sie sich das Messergebnis zeigen.
Strichprobe. Mit Prüfsäure für 585 wird ein Strich auf dem Prüfstein betupft. Löst sich der Strich schnell auf, liegt der Feingehalt darunter. Standardverfahren im Fachhandel, minimal materialabtragend.
Typische Fehler bei 585er Gold
- ⚠Optik mit Gewicht verwechseln. Hohlschmuck sieht massiv aus, wiegt aber wenig. Beim Ankauf zählt allein das Gramm.
- ⚠Nur ein Angebot einholen. Die Spanne zwischen dem besten und dem schlechtesten Angebot für dasselbe Stück liegt in der Praxis regelmäßig bei 10 bis 20 Prozent. Zwei Vergleichsangebote kosten eine Stunde und bringen oft dreistellige Beträge.
- ⚠Zahngold pauschal abrechnen lassen. Dentallegierungen enthalten oft Palladium und Platin, die zusätzlich vergütet werden müssen. Bestehen Sie auf einer Analyse statt einer Pauschale.
- ⚠Antikschmuck einschmelzen. Jugendstil- und Art-déco-Stücke sowie signierte Arbeiten können ein Vielfaches des Materialwerts bringen. Vor dem Verkauf fotografieren und bewerten lassen.