So wird der Preis berechnet
Es gibt keinen eigenen Börsenkurs für einzelne Legierungen. Jeder Karatpreis wird aus dem Feingoldkurs abgeleitet — die Rechnung ist offen nachvollziehbar:
Alle Werte auf dieser Seite entstehen aus genau dieser Formel.
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Was 333er Gold ausmacht
333 Teile Gold auf 1.000 Teile Legierung — ziemlich genau ein Drittel, was 8 Karat entspricht. Neben 33,3 Prozent Gold enthält die übliche Legierung rund 57 Prozent Kupfer, 5 Prozent Silber und knapp 5 Prozent Zink.
Das ist der niedrigste Feingehalt, der in Deutschland traditionell als Gold gehandelt wird. Der Farbton ist blass und kupferbetont, der Glanz weniger tief als bei höheren Legierungen. Bei längerem Hautkontakt kann das Material anlaufen.
333er ist ein weitgehend deutscher Sonderweg. In der DIN EN ISO 8654 taucht der Feingehalt nicht auf, in den meisten anderen europäischen Ländern liegt die Untergrenze für Goldschmuck höher. Wer 333er Schmuck ins Ausland mitnimmt und dort verkaufen will, stößt regelmäßig auf Unverständnis.
Mit rund 175 HV ist es die härteste der hier behandelten Legierungen — das erklärt, warum viele 333er Ketten aus den 1970er- und 1980er-Jahren heute noch praktisch kratzerfrei sind.
Wo 333er Gold vorkommt
Deutscher Erbschmuck. Der mit Abstand häufigste Fall. Ketten, Armbänder, Anhänger und Ringe aus den 1960er- bis 1990er-Jahren sind sehr oft 333er — es war der bezahlbare Standard für breite Käuferschichten.
Kommunion- und Konfirmationsschmuck. Kreuze, Taufringe und Erstkommunionsketten wurden in Deutschland traditionell in 333er gefertigt.
Bicolor-Schmuck. Die in den 1980er-Jahren beliebten Kombinationen aus Gelb- und Weißgold gibt es häufig in 333er Ausführung.
Heute kaum noch Neuware. Der Feingehalt ist im Neuverkauf weitgehend verschwunden. Wer heute Goldschmuck kauft, bekommt in Deutschland fast immer 585er oder 750er.
333er Gold kaufen
Neuware in 333er ist selten geworden und wirtschaftlich schwer zu rechtfertigen: Beim Kauf zahlen Sie 19 Prozent Mehrwertsteuer und Verarbeitung auf ein Material, dessen Goldanteil nur ein Drittel beträgt. Der Abstand zum späteren Ankaufswert ist entsprechend groß.
Auf dem Gebrauchtmarkt sieht die Rechnung anders aus. Gut erhaltene 333er Stücke aus den 1970ern und 1980ern werden häufig knapp über dem Materialwert gehandelt — wer den Stil mag, kauft dort deutlich näher am realen Wert als im Neuhandel.
Für den reinen Goldbesitz ist 333er ungeeignet. Wer Gold als Wertspeicher will, kauft Barren oder Anlagemünzen: 0 Prozent Mehrwertsteuer statt 19, und ein Rückverkaufsabschlag von wenigen Prozent statt über zehn.
333er Gold verkaufen
Der Materialwert ergibt sich aus Gewicht mal 0,333 mal Feingoldkurs. Rechnen Sie mit 82 bis 90 Prozent davon als Auszahlung. Der höhere Abschlag hat einen sachlichen Grund: Um ein Gramm Feingold zu gewinnen, muss die Scheideanstalt drei Gramm Material verarbeiten — der Aufwand pro gewonnenem Gramm ist dreimal so hoch wie bei Feingold.
Einzelne Ankäufer nehmen 333er erst ab einem Mindestgewicht an oder rechnen einen Pauschalabzug. Fragen Sie vorab. Bei kleinen Mengen lohnt es sich, alle Stücke zu sammeln und gemeinsam anzubieten.
Ein realistisches Beispiel: Eine 20 Gramm schwere 333er Kette enthält rund 6,7 Gramm Feingold. Der ausgezahlte Betrag liegt spürbar unter dem, was viele Besitzer aufgrund von Gewicht und Optik erwarten — die Enttäuschung ist verbreitet, das Angebot aber meist korrekt.
Prüfen Sie vor dem Materialverkauf, ob das Stück als Schmuck Wert hat. Signierte Arbeiten, Designstücke der 1970er und alles mit gutem Erhaltungszustand kann über Kleinanzeigen oder Vintage-Händler mehr bringen als der Schmelzwert.
Was Sie beim Ankauf tatsächlich ausgezahlt bekommen
Der Materialwert ist die Obergrenze, nicht der Auszahlungsbetrag. Ankäufer ziehen Scheide- und Raffinationskosten ab und behalten eine Handelsspanne. Die folgende Spanne ist die realistische Bandbreite für diesen Feingehalt:
| Position | pro Gramm | bei 10 g |
|---|---|---|
| Materialwert (Feingoldanteil) | 40,91 € | 409,10 € |
| Realistische Auszahlung — oberes Ende −10,0 % | 36,82 € | 368,19 € |
| Realistische Auszahlung — unteres Ende −18,0 % | 33,55 € | 335,46 € |
Faustregel: Holen Sie mindestens zwei schriftliche Angebote ein und lassen Sie vor Ort wiegen. Seriöse Ankäufer nennen den zugrunde gelegten Feingoldkurs, das Gewicht in Gramm und den Abschlag getrennt — wer nur eine Endsumme nennt, ist schwer vergleichbar.
Steuern auf 333er Gold
19 % Mehrwertsteuer beim Neukauf. 333er ist eindeutig Schmuck. Die Anlagegold-Befreiung des § 25c UStG erfordert bei Barren 995/1000 und bei Münzen 900/1000 — beides ist hier weit entfernt.
Verkauf nach einem Jahr steuerfrei. § 23 EStG gilt auch hier: Über ein Jahr Haltedauer ist der Gewinn einkommensteuerfrei. Bei Erbschmuck wird die Besitzzeit des Erblassers angerechnet, sodass der Verkauf praktisch immer steuerfrei ist.
Freigrenze bei Nachlassauflösungen beachten. Die Freigrenze von 1.000 Euro pro Kalenderjahr gilt für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen. Wer einen größeren Nachlass in einem Jahr auflöst, sollte alle Verkäufe zusammen betrachten — auch wenn bei geerbtem Gold die angerechnete Besitzzeit die Frage meist erledigt.
333er Gold prüfen
Punze. Üblich ist schlicht 333, gelegentlich mit Herstellerzeichen. Bei alten deutschen Stücken sitzt der Stempel oft am Verschlussplättchen oder an der Ringinnenseite und ist stark abgenutzt — eine Lupe ist praktisch unverzichtbar.
Farbvergleich. 333er ist deutlich blasser als 585er. Wer beide nebeneinander hält, erkennt den Unterschied sofort. Als alleiniges Kriterium reicht das nicht, als Plausibilitätsprüfung schon.
Strichprobe. Prüfsäure für 333 ist das klassische Verfahren im Fachhandel. Weil der Feingehalt niedrig ist, ist die Abgrenzung nach unten — also gegen vergoldetes Messing — wichtiger als die nach oben.
Röntgenfluoreszenz. Beim Ankäufer Standard und bei 333er besonders relevant: Vergoldeter Tombak sieht dem Material zum Verwechseln ähnlich, und der Dichteunterschied ist gering.
Typische Fehler bei 333er Gold
- ⚠Vom Gewicht auf den Wert schließen. Eine schwere 333er Kette enthält nur ein Drittel Gold. Rechnen Sie immer erst den Feingoldanteil aus, bevor Sie einen Erwartungswert bilden.
- ⚠Alles pauschal einschmelzen lassen. Erbschmuck hat gelegentlich Sammler- oder Designwert. Fotografieren Sie die Stücke, bevor Sie sie abgeben.
- ⚠Bei kleinen Mengen einzeln verkaufen. Manche Ankäufer haben Mindestmengen oder Pauschalabzüge. Sammeln und in einem Vorgang anbieten bringt regelmäßig einen besseren Kurs.
- ⚠333er im Ausland verkaufen wollen. Außerhalb Deutschlands ist der Feingehalt unüblich und wird teils gar nicht angenommen. Verkaufen Sie im Inland.